Maschinen und Produktion hochgefahren

Der Paletten-Fullservice ist einer der Erfolgspfeiler der Holliger Gruppe. Nach dem Umzug von Suhr nach Villmergen konnte das Unternehmen das neue Dienstleistungszentrum in Villmergen Ende August endlich in Betrieb nehmen.

Chris Regez im Gespräch mit Robert und Pascal Holliger

Wie weit sind Sie mit den baulichen Massnahmen?

Robert Holliger: Die Maschinen und die Produktion haben wir hochgefahren und den Betrieb aufgenommen. Zudem haben wir die Büroarbeitsplätze für Dispo, AVOR und Administration von Boniswil nach Villmergen verlegt. Trotzdem ist die Bauphase für unser neues Dienstleistungszentrum noch nicht ganz beendet.

Was fehlt noch?

Pascal Holliger: Das wichtigste Puzzleteil das noch fehlt, sind die zwei zusätzlichen LKW-Rampen. Sobald wir diese in Betrieb nehmen können, werden sich die Wartezeiten für die Chauffeure deutlich verringern.

Weshalb dauerte die Bauphase länger als geplant?

Robert Holliger: Leider gab es bei der Erteilung der Baubewilligungen Verzögerungen. Auch die Sommerferien führten dazu, dass die Bauzeit drei Monate länger dauerte. Ursprünglich war geplant, dass wir Ende Mai fertig sind.

Welche Arbeiten werden konkret im neuen Servicezentrum ausgeführt?

Pascal Holliger: Nach der Anlieferung an den LKW-Rampen erfolgt die Triage durch die vollautomatische Palettensortieranlage. Dabei werden die gebrauchten Paletten in drei Kategorien eingeteilt: gute Paletten, Paletten die repariert werden und Paletten die entsorgt werden müssen. Je nach Zustand erfolgen die nächsten Schritte. Direkte Weiterleitung ins Auslieferungslager, Reparatur der defekten Paletten sowie die Entsorgung der nicht mehr reparierbaren Paletten.

Was erhoffen Sie sich vom neuen Dienstleistungszentrum?

Robert Holliger: Wir streben ganz klar eine Effizienzsteigerung an. Die ist sicher ein realistisches Ziel, denn das Werk ist auf dem neusten Stand der Roboter- und Logistiktechnik. Dabei ist unser innovatives Palettenportal besonders erwähnenswert.

 Was sind die nächsten Schritte?

Pascal Holliger: Die Schulung unserer Mitarbeitenden wird eine sehr hohe Priorität beigemessen. Sie müssen den Umgang und die Nutzung der neuen Maschinen und Steuerungen erlernen genauso wie die Materialflussrechnung und die Bedienung des Palettenportals. Dies alles im Rahmen des Schlagwortes „Industrie 4.0“. Mit diesen Erneuerungen machen wir uns fit für die Zukunft.

Ist der Ausbau der Kapazitäten geplant?

Robert Holliger: Eventuell führen wir demnächst die dritte Schicht ein.

Sie suchen also neues Personal?

Pascal Holliger: Ja, das könnte bereits im Winter der Fall sein.

Mit der Inbetriebnahme des Dienstleistungszentrums haben Sie sich sozusagen ein Jubiläumsgeschenk gemacht. Wie fühlt sich das an?

Robert Holliger: Dass unser Familienunternehmen in diesem Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert und wir das neue Zentrum in Betrieb nehmen können, macht uns natürlich glücklich und stolz!

Wie reagieren die Kunden auf Ihr neues Dienstleistungszentrum?

Pascal Holliger: Diejenigen Personen, die das Werk bereits besichtigt haben, sind begeistert. Sie staunen und sagen, dass wir auf dem richtigen Weg seien damit. Sie bewundern besonders unser Roboter-System für die Reparatur der defekten Paletten.

Wie präsentiert sich die aktuelle Stellung der Paletten?

Robert Holliger: In Europa ist die Nachfrage für EPAL-Paletten in diesem Jahr um ca. 10% gestiegen. In der Schweiz ist die Nachfrage leider noch etwas verhalten. Dies immer noch aufgrund des nachhallenden Euro-Schocks. Ich blicke dennoch positiv in die Zukunft. Der Markt in der Schweiz wird wieder anziehen.