Investitionen in den Technologie-Standort Villmergen

Am Technologie-Standort Villmergen der Holliger Gruppe ist in den letzten Monaten das erweiterte Dienstleistungszentrum entstanden. Heute ist es das modernste Produktionszentrum Europas für die Sortierung und Reparatur von Paletten sowie für die Herstellung von SBB-Tauschrahmen und -deckeln.

Der Paletten-Fullservice ist einer der Erfolgspfeiler der Holliger Gruppe. Nachdem die Umsiedlung von Suhr nach Villmergen notwendig wurde, da die Migros am bisherigen Standort in Suhr Eigenbedarf angemeldet hatte, war eine zeitnahe Aufrüstung des Standortes unabdingbar. Umso mehr als das Dienstleistungszentrum in Villmergen der Dreh- und Angelpunkt für die Palettenreparatur innerhalb der Schweiz werden würde. Für die Sortierung und Reparatur von Paletten nach EPAL-Norm stehen rund 3‘000 m2 Produktionsfläche und für die Lagerung 10‘000 m2 zur Verfügung.

Für den Umzug, den Neubau einer Lagerhalle mit zusätzlichen LKW-Rampen und den Ausbau des Maschinenparks wurden CHF 4 Mio. investiert. Die Investitionen in modernste Fertigungstechnik mit Robotern, Fördertechnik für die Inhouse-Logistik sowie für ein neues Leitsystem zahlen sich aus. Robert Holliger ist vom Resultat überzeugt:

«Das Werk ist heute auf dem neusten Stand der Roboter- und Logistiktechnik. Unter anderem ist das Reparatur-System mit dem weltweit ersten Sägeroboter ausgerüstet, der defekte Teile an Paletten absägen kann.»

Täglich wird das Werk in Villmergen von bis zu 50 Lastwagen angefahren. Um das Palettenservicecenter mit ausreichend Material zu versorgen, ist ein kontinuierlicher Palettenrückschub der Kunden entscheidend. Im Austauschverfahren werden die Lastwagen mit gebrauchten, tauschfähigen EPAL-Tauschpaletten beladen – garantiert hochregallagerfähig. Die Bewegungen werden auf dem Palettenportal im Kundenkonto erfasst. Es ist wie beim Geldfluss: Zahlt man Geld bei der Bank ein, erhält man nicht dasselbe Geld zurück, sondern Geld im selben Wert. Bei den Paletten ist dies gleich. Beim Palettenportal handelt es sich also um eine Art E-Banking für Paletten und andere Mehrweggebinde.

Im Zweischichtbetrieb werden Paletten repariert

Nach der Anlieferung an den LKW-Rampen erfolgt die Triage durch die vollautomatische Palettensortieranlage: gut, defekt oder Ausschuss. Die guten, also Paletten die nach EPAL-Tauschkriterien tauschbar sind, gehen direkt ins Auslieferlager. Die unreparierbaren Paletten werden fachgerecht mit einem Hacker entsorgt und der entstehende Holzabfall energetisch verwertet. Die defekten Paletten gelangen zum Reparatur-Checkpoint. Hier entscheidet ein Mitarbeitender, welche Teile zu reparieren sind: Bei den einen ist nur ein Brett defekt, bei anderen müssen gleich mehrere Elemente ausgewechselt werden. Der Operator programmiert das Reparatur-Roboter-System, welches die Paletten anschliessend in mehreren Schritten bearbeitet. Die Roboter können neue Kufen und Bretter selbstständig einsetzen und mit Nägeln befestigen. Pro Tag werden während 17 Stunden durchschnittlich 2500 Paletten im Zweischichtbetrieb repariert. Pro Schicht wird die Arbeit von vier hochmotivierten Mitarbeitenden und vier Robotern ausgeführt. Ist die Bearbeitung abgeschlossen, werden die Paletten nach Helligkeit sortiert und dem Auslieferlager zugeführt.

Strenge Qualitätsanforderungen

Damit die EPAL-Palette weltweit in einer einheitlichen Qualität verfügbar ist, müssen alle Produzenten und Reparateure über eine EPAL-Lizenz verfügen. Die Europäische Palettenorganisation (EPAL) stellt mit unangemeldeten Kontrollen sicher, dass die vorgegebenen Qualitätsrichtlinien weltweit eingehalten werden.

Mit dem neuen Dienstleistungszentrum beschenkt sich die Holliger Gruppe im Jubiläumsjahr gleich selber und tätigt damit eine grosse und wichtige Investition in die Zukunft.

Die Spezialisten der W. Holliger AG beraten Interessenten und Kunden gerne bei allen Fragen rund um die Reparatur und Lagerung von Paletten.